Kapitel 01 — Grundlagen
Eine moderne Kamera ist ein kleines technisches Wunderwerk. Trotzdem beruht sie auf einem erstaunlich einfachen Prinzip: Licht fällt durch eine Öffnung, wird vom Objektiv gebündelt und auf dem Sensor aufgezeichnet.
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Alles beginnt mit Licht
Das Grundprinzip der Fotografie lässt sich mit einer Lochkamera erklären. Ein dunkler Raum besitzt nur eine winzige Öffnung. Durch dieses Loch fällt Licht von aussen hinein und erzeugt auf der gegenüberliegenden Seite ein auf dem Kopf stehendes Bild.
Eine moderne Kamera arbeitet nach demselben Prinzip, nur präziser:
- Objektivsammelt und bündelt das Licht.
- Blenderegelt, wie viel Licht eintritt.
- Verschlussbestimmt die Belichtungsdauer.
- Sensorwandelt Licht in Bildinformationen um.
- Kameraverarbeitet und speichert das Bild.

Merksatz: Blende, Verschlusszeit und ISO bestimmen gemeinsam die Belichtung.
02
Der Sensor — das Herz der Kamera
Der Sensor übernimmt heute die Aufgabe, die früher der Film hatte. Millionen lichtempfindlicher Bildpunkte erfassen Helligkeit und Farbe. Daraus berechnet die Kamera das digitale Foto.
Mehr Megapixel sind nicht automatisch besser
Viele Megapixel ermöglichen grosse Ausdrucke und stärkere Ausschnitte. Sie garantieren aber noch kein gutes Bild. Mindestens ebenso wichtig sind ein gutes Objektiv, korrekt gesetzter Fokus, eine ruhige Kamerahaltung, passendes Licht und eine durchdachte Bildgestaltung.
Eine saubere Aufnahme mit 20 oder 24 Megapixeln wirkt besser als ein verwackeltes Bild mit 50 Megapixeln.
Die Sensorgrösse
Ein grösserer Sensor kann mehr Licht aufnehmen. Das bringt vor allem bei wenig Licht Vorteile und ermöglicht eine geringere Schärfentiefe. Kleinere Sensoren erlauben dafür oft leichtere und kompaktere Kamerasysteme.

Bei Landschaften vom Stativ ist der niedrigste reguläre ISO-Wert deiner Kamera ein guter Ausgangspunkt — häufig ISO 100.
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Der Verschluss — kurz, lang oder lautlos
Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Sensor belichtet wird. Eine kurze Zeit friert Bewegungen ein, eine lange lässt Bewegungen verschwimmen.
| Motiv | Richtwert |
|---|---|
| Ruhige Landschaft vom Stativ | frei wählbar |
| Gehende Person | etwa 1/250 s |
| Schnelles Tier oder Sport | 1/1000 s oder kürzer |
| Fliessendes Wasser weich darstellen | 1/4 s bis mehrere Sekunden |
Diese Werte sind Startpunkte, keine eisernen Gesetze. Wind, Bewegung, Brennweite und Bildstabilisator verändern die Situation.

Mechanischer Verschluss
Verschlusslamellen bewegen sich vor dem Sensor. Diese Variante ist zuverlässig und eignet sich für die meisten Motive.
Elektronischer Verschluss
Er arbeitet geräuschlos. Bei schnellen Bewegungen können jedoch Verzerrungen und unter Kunstlicht Streifen entstehen.
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Spiegellose Systemkamera
Bei einer spiegellosen Kamera gelangt das Licht direkt auf den Sensor. Das Sucherbild wird elektronisch erzeugt.
- Belichtung und Weissabgleich sind vor der Aufnahme sichtbar.
- Der Autofokus kann einen grossen Teil des Bildfeldes abdecken.
- Gesichts- und Augenerkennung erleichtern Porträts und Tierbilder.
- Fotos und Videos lassen sich komfortabel aufnehmen.
Ein elektronischer Sucher benötigt Strom. Ein geladener Ersatzakku gehört deshalb bei längeren Fototouren ins Gepäck.
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RAW oder JPEG?
JPEG
Die Kamera entwickelt das Bild intern. Farbe, Kontrast, Schärfung und Rauschreduzierung werden angewendet. Die Datei ist klein und sofort verwendbar, bietet aber weniger Spielraum.
RAW
Eine RAW-Datei enthält mehr ursprüngliche Sensordaten. Schatten, Lichter und Weissabgleich lassen sich später besser anpassen. Dafür muss das Bild entwickelt werden.

Kurz gesagt: JPEG ist das fertige Gericht. RAW sind die hochwertigen Zutaten, aus denen du dein Bild selbst zubereitest.
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Sinnvolle Grundeinstellungen
| Einstellung | Empfehlung |
|---|---|
| Dateiformat | RAW, verlustfrei komprimiert |
| Belichtungsprogramm | A — Zeitautomatik |
| Blende | f/8 als Ausgangspunkt |
| ISO | ISO 100, bei Bedarf ISO-Automatik |
| Weissabgleich | Automatisch |
| Fokusmodus | AF-S bei ruhigen Motiven |
| Messfeld | Einzelfeld oder kleines Messfeld |
| Bildstabilisator | Ein aus der Hand, aus auf stabilem Stativ |
Warum Modus A?
Im Modus A wählst du die Blende, die Kamera berechnet dazu die Verschlusszeit. Das ist für Landschaftsfotografie praktisch, weil du die Schärfentiefe direkt kontrollierst.
Wann ISO-Automatik sinnvoll ist
Wenn du ohne Stativ unterwegs bist oder das Licht schnell wechselt, verhindert die ISO-Automatik zu lange Verschlusszeiten. Lege zusätzlich eine passende längste Verschlusszeit fest.
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Pflege und Zubehör
Sensor kontrollieren
- Fotografiere eine gleichmässig helle Fläche.
- Stelle Blende f/16 ein.
- Fokussiere absichtlich unscharf.
- Kontrolliere das Bild am Bildschirm.
Nutze zuerst die kamerainterne Sensorreinigung. Eine manuelle Nassreinigung solltest du nur durchführen, wenn du genau weisst, wie es geht. Im Zweifel ist der Fachhandel die sichere Wahl.
Ersatzakku
Kälte, Display und elektronischer Sucher benötigen Energie.
Speicherkarte
Formatiere sie erst, wenn alle Bilder sicher übertragen wurden.
Stativ
Hilft bei langen Belichtungen, niedrigen ISO-Werten und präziser Gestaltung.
Kameratasche
Regenschutz, Tragekomfort und schneller Zugriff zählen mehr als maximale Grösse.
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Bilder sichern — bevor es weh tut
Eine Speicherkarte ist kein dauerhaftes Archiv. Übertrage deine Fotos nach jeder Tour und sichere sie mindestens doppelt.
Kopien wichtiger Bilder
2unterschiedliche Speichermedien
1Kopie an einem anderen Ort
Zum Ausprobieren
Fotoübung: Brennweiten vergleichen
Nimm dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Brennweiten auf. Verändere nicht nur den Zoom: Gehe vor, zurück und seitlich. Achte darauf, wie sich Vordergrund, Hintergrund und Bildwirkung verändern.
Wähle danach nicht einfach das technisch schärfste Bild, sondern jenes mit der klarsten Wirkung. Frage dich: Wohin schaut mein Auge zuerst?
Als Nächstes
Kapitel 2: Objektive und Brennweite
Warum wirkt ein Berg mit langer Brennweite so mächtig? Wann ist ein Weitwinkel wirklich die beste Wahl? Das nächste Kapitel führt durch Bildwinkel, Perspektive, Blende und Schärfentiefe.
Kapitel 2 öffnen